Die richtige Größe für Ihre Wand wählen

„Passt das überhaupt?“ hält mehr Menschen zurück als jede Geschmacksfrage. Bei einem Original ist das eine berechtigte Sorge, und man klärt sie besser vor dem Kauf als danach. So finden Sie es heraus, mit nichts weiter als einem Maßband.


Beginnen Sie mit der Wand, nicht mit dem Bild

Es ist verlockend, sich erst in ein Werk zu verlieben und sich danach um die Wand zu kümmern. Machen Sie es umgekehrt. Messen Sie zuerst die Fläche selbst — ihre volle Breite und Höhe sowie die Breite jedes Möbelstücks, in dessen Nähe das Werk hängen soll — bevor Sie sich Formate ansehen. Mit einer Zahl im Kopf lässt sich jedes Angebot auf einen Blick beurteilen.

Es hilft, zweimal zu messen: einmal die Wand als Ganzes, einmal den konkreten Abschnitt — über einem Sofa, neben einer Tür, im Treppenhaus — an dem das Werk tatsächlich hängen wird.


Ein paar Faustregeln

Keine davon ist ein Gesetz, aber sie sind ein verlässlicher Ausgangspunkt:

  • Über Möbeln — einem Sofa, einer Konsole oder einem Kopfteil — sollte das Werk etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Möbelbreite haben. Deutlich schmaler wirkt es wie nachträglich hinzugefügt; deutlich breiter erdrückt es das Möbelstück darunter.
  • An einer freien Wand, ohne etwas, woran man sich orientieren kann, wirkt etwa die Hälfte bis drei Viertel der Wandbreite eher gewollt als zufällig.
  • Hängehöhe — viele Galerien hängen ein Werk so, dass seine Mitte etwa 145–150 cm über dem Boden liegt, eine bequeme Augenhöhe für die meisten stehenden Betrachter. Über Möbeln lassen Sie etwa 15–20 cm Luft zwischen der Oberkante des Werks und der Oberkante des Möbels.
  • Eine Gruppe kleinerer Werke wirkt zusammen aufgehängt wie eine einzige Form — messen Sie die ganze Gruppe samt der Abstände dazwischen gegen die Fläche, nicht jedes Werk für sich.

Die Maße in einem Angebot lesen

Jedes Angebot nennt das Format als Höhe mal Breite, in Zentimetern, ungerahmt. Der letzte Punkt ist wichtig: Wenn Sie das Werk rahmen möchten, rechnen Sie in jede Richtung einige Zentimeter für Rahmen und Passepartout hinzu, bevor Sie mit Ihrem Wandmaß vergleichen. Mehr dazu, wie ein Angebot vollständig zu lesen ist, steht in Ein Leitfaden zu Kunstmedien.


Raum für Raum

Wohnzimmer

Meist der Raum mit der meisten Wandfläche und der natürliche Ort für ein größeres, bestimmendes Werk — über einem Sofa, über einem Kamin oder allein auf einer freien Wandfläche.

Schlafzimmer

Über dem Kopfteil sind etwa drei Viertel seiner Breite ein gutes Maß, mittig gehängt. Kleinere Werke passen an die Wände links und rechts des Bettes, auf einer Höhe, die von dort aus bequem zu sehen ist, wo Sie tatsächlich sitzen oder liegen.

Eingang & Flur

Meist schmalere Wände, und meist im Vorbeigehen gesehen statt aus der Tiefe eines Raumes. Ein einzelnes Hochformat oder eine dicht gehängte Gruppe kleiner Werke passt hier besser als ein breites Querformat.

Arbeitszimmer

Ein Raum, in dem man nah an der Wand sitzt und oft hinsieht, verträgt ein kleineres, intimeres Werk besser als ein großes — etwas, dessen Details auch auf Leseabstand tragen.


Immer noch unsicher?

Für einen ersten Eindruck öffnen Sie die Seite eines Werks und tippen auf An Ihrer Wand ansehen: Das Werk erscheint in Originalgröße an Ihrer eigenen Wand, durch die Kamera Ihres Handys oder auf einem Foto Ihres Raums.

Um ganz sicher zu gehen, schneiden Sie ein Blatt Papier oder Packpapier auf die Maße eines Angebots zu und kleben es einen Tag lang an die Wand. Das klingt simpel und funktioniert besser als fast alles andere — Sie gehen daran vorbei, sitzen ihm gegenüber und wissen binnen eines Tages, ob die Größe stimmt.

Wenn Ihnen eine zweite Meinung lieber ist, schicken Sie uns ein Foto der Wand mit ihren Maßen und das Angebot, das Sie erwägen — wir sagen Ihnen ehrlich, ob es funktioniert.